Skip to main content

Cloud Network könnte das nächste große Ding in der IT-Branche werden. Mit Alkira, Aviatrix, Nefeli und Volterra gibt es bereits zahlreiche Anbieter. Was können diese? Und wo wollen sie hin? Ein Gespräch mit dem Alkira-Gründer Amir Khan.

Alkira will mit Cloud Networking as a Service Ordnung ins „Spaghetti-Chaos“ bringen, wie CEO Amir Khan es formuliert. (Bild: dusk – stock.adobe.com)

Obstsalat, Nudelsuppe, den Strand: heilloses Durcheinander erträgt der Schweizer Aktionskünstler Urs Wehrli nur schwer. Also sortiert er: die Bananen säuberlich in eine Reihe, die Trauben daneben. Alles hat seine Ordnung und wird übersichtlich. Ein Teller Spaghetti war bislang meines Wissens noch nicht dabei. Diesen zu sortieren, hat sich nun Alkira auf die Fahne geschrieben. „Mit Cloud-Instanzen, Remote Work, Standortvernetzung hat sich das Netzwerk immer mehr angefühlt wie ein Teller Spaghetti“, schmunzelt Alkira-Gründer und -CEO Amir Khan. Deshalb hat er 2018 beschlossen, Ordnung ins Netzwerk zu bringen und auch gleich noch Security mitzudenken. Zu einer Zeit, als es den Begriff SASE (Secure Access Service Edge) noch gar nicht gab – auch wenn Khan seine Lösung hier nicht einordnen würde. Was also kann Alkira? Der Anbieter hat eine weltweite Infrastruktur aufgebaut, um Weitverkehrsnetze umfassend als Service anzubieten. Bei der Alkira Cloud Services Exchange (CSX) handelt es sich um eine Netzwerk-Cloud, die dafür sorgt, dass Multicloud- und hybride Umgebungen miteinander verknüpft werden können, Netzwerk- und Sicherheitsdienste bereitstehen, Transparenz und Governance gewährleistet sind. Mehr Übersicht, einfachere Strukturen, durchgängige Security und eine einfache Verknüpfung verschiedener Instanzen sind die Elemente, die in hybriden und Multicloud-Welten bislang fehlten und die CSX bieten will.

Komplexität mindern, Transparenz schaffen

„Die Migration von Workloads in Clouds definiert nicht nur die Parameter des Rechenzentrumsnetzwerks neu, sondern verändert auch die architektonischen und operativen Anforderungen an das Netzwerk”, sagt Brad Casemore, Research Vice President, Datacenter and Multicloud Networks bei IDC. „Der Fokus liegt nun darauf, die Komplexität der Vernetzung optimal auf unterschiedliche Clouds mit jeweils cloudspezifischen APIs und Netzwerkkonstrukten und -diensten zu abstrahieren und zu mindern.“ Die Marktforscher haben in ihrem Bericht 2020 zu CNaaS-Plattformen (Cloud-Network-as-a-Service) vier Anbieter ausfindig gemacht, die sich in diesem Markt tummeln. Neben Alkira sind das Aviatrix, Nefeli Networks und Volterra. Wie interessant der Markt für Cloud-Networking werden könnte, zeigt der Kauf von Volterra durch F5 Networks zu Beginn des vergangenen Jahres. Während Nefeli Networks im Moment im europäischen Markt noch nicht sichtbar ist, sind es Aviatrix und Alkira sehr wohl.

Channel-Partner gesucht

Amir Khan, Gründer und CEO von Alkira, einem Anbieter von Cloud Networking as a Service. (CNaaS)

Amir Khan, Gründer und CEO von Alkira, einem Anbieter von Cloud Networking as a Service. (CNaaS)
(Bild: Alkira)

„Wir wollen im europäischen Markt eine wichtige Rolle spielen“, betont Khan im Gespräch mit IT-BUSINESS. Dafür baut der Anbieter gerade ein Team in Europa auf. Auf Distributionsebene gibt es seit kurzem ein Abkommen mit Exclusive Networks. Zunächst hat man sich hier auf globale Systemintegratoren fokussiert, im nächsten Schritt sollen ab Februar auch Unternehmen aus dem gehobenen Mittelstand folgen. Also ein Markt, der gerade in Deutschland für die Channelpartner äußerst interessant ist. „Wir wollen nicht die Masse an Partnern“, betont Khan. „Wer bereits Netzwerk- und idealerweise auch Security-Knowhow mitbringt und mit uns den Markt adressieren möchte, ist uns willkommen.“ Nicht nur Channel-seitig gibt Alkira Gas, gleiches gilt auch für Technologiepartnerschaften. Denn im Unterschied zu SASE-Anbietern ist die CSX-Plattform offen für sämtliche Anbindungen. So arbeitet Alkira neben den Hyperscalern (AWS, Azure, Google Cloud) mit Aruba, Checkpoint, Hashicorp und Palo Alto zusammen. Mitbewerber Aviatrix geht einen ähnlichen Weg und kooperiert Technologie-seitig ebenfalls mit zahlreichen Anbietern, darunter Datadog, Hashicorp, Palo Alto und Splunk. Einen Distributor hat der Anbieter bislang allerdings noch nicht gezeichnet. Es bleibt spannend, wie sich der Markt für Cloud-Netzwerke weiter entwickelt. Der Kauf von Volterra durch F5 zeigt, dass auch traditionelle Hersteller ein großes Potenzial sehen. Und wenn man auf die Vita von Alkira-Gründer Khan blickt, hat dieser mit Viptela schon einmal einen erfolgreichen Technologie-Innovator verkauft – an Cisco.

See the original here.

Leave a Reply